Der Stadtspaziergang ist derzeit noch in Bearbeitung und nicht vollständig!
Ein Spaziergang durch die Drachenstadt
Viele Kriegsereignisse prägten die Geschichte der Stadt. Besonders die Hussitenkriege im 15. Jahrhundert und der Dreißigjährige Krieg hinterließen ihre Spuren. Immer wieder wurde Furth im Wald zudem von verheerenden Bränden heimgesucht. Einer der schlimmsten war der große Stadtbrand am Peter- und-Paulstag im Jahr 1863.
So ging ein großer Teil der ursprünglichen Bausubstanz verloren. Dennoch hat Furth im Wald bis heute viel von seiner Geschichte und seinem besonderen Charme bewahrt.
Im Jahr 1982 feierte die Stadt das 650. Jubiläum ihrer Stadterhebung. Nur vier Jahre später, im Jahr 1986, wurde die 900jährige Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung gefeiert.
Heute erwartet die Besucher in Furth im Wald viel Sehenswertes. Geschichte, Tradition und lebendige Stadtatmosphäre verbinden sich auf besondere Weise. Ein Spaziergang durch die Stadt wird so zu einer spannenden Entdeckungsreise und zu einem echten Erlebnis!
Station 1 - Altes Amtsgericht / Glockenspiel
Unser Spaziergang beginnt am „Alten Amtsgericht“. Von 2023 bis 2025 wurde das denkmalgeschützte Gebäude aufwendig saniert. Am Erker befindet sich ein Glockenspiel, das vom Heimatkreis Bischofteinitz gestiftet wurde. Es besteht aus 23 Glocken und erklingt täglich um 11:00 Uhr und um 18:00 Uhr, jeweils nach dem Kirchenschlag, mit einer Abfolge von fünf Melodien.
Station 2 - Torbogen "Schimmel ohne Kopf"

Der Spaziergang führt weiter zum markanten Torbogen mit dem Namen „Schimmel ohne Kopf“, der das Alte Amtsgericht mit der gegenüberliegenden, repräsentativen „Perlinger Villa“ verbindet. Der ungewöhnliche Name des Torbogens verweist auf eine alte Legende, die bis heute an diesem Ort lebendig geblieben ist.
Station 3 - Brunnen "Grenzpflegerschloss"

Unser nächstes Ziel ist das ovale Areal des Schlossplatzes. Hier erhob sich ab dem Jahr vierzehnhundertfünfzig das Further Schloss, einst der Amtssitz des Grenzpflegers und ein bedeutender Mittelpunkt der Stadt.
Beim verheerenden Stadtbrand von 1863 wurde das Schloss vollständig zerstört und anschließend nicht wieder aufgebaut. Doch die Geschichte dieses Ortes ist bis heute sichtbar: Die Häuserzeile auf der linken Seite folgt noch immer dem Verlauf des ehemaligen inneren Rings der Schlossanlage und lässt die frühere Form des Schlossareals erahnen.
Auch der Brunnen des Grenzpflegerschlosses aus dem Jahr 1450 ist erhalten geblieben. Als stiller Zeuge vergangener Zeiten erinnert er an die große Bedeutung, die dieser Ort früher hatte, und an die Geschichte des Further Schlosses.
Station 4 - Stadtturm/Landestormuseum

Rechts erhebt sich der mächtige Stadtturm. Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1863 wurde er zwischen 1864 und 1866 im neugotischen Stil wiederaufgebaut und prägt bis heute das historische Stadtbild. Direkt daneben lädt das Landestormuseum zu einer Zeitreise ein: Die Dauerausstellung „Grenzerfahrung“ erzählt von der bewegten Geschichte der Region, während in der Drachenhalle der frühere Drache zu entdecken ist. Im Georgssaal sorgen regelmäßig wechselnde Ausstellungen für neue spannende Einblicke.
In der Platzmitte plätschert ein Brunnen mit bronzener Nachtwächterfigur, gestiftet vom Heimatkreis Bischofteinitz als Dank für die Hilfe der Stadt nach der Vertreibung 1945 bis 1948.
Station 5 - Lämerturm/Alte Knabenschule

Unser Weg über den Schlossplatz führt uns nun zu seinem linken Abschluss: dem Lärmerturm. Was heute vielleicht auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, ist tatsächlich ein besonderes Stück Geschichte. Der Turm ist der letzte erhaltene Rest des einstigen Verlieses und ein stiller Zeuge der ehemaligen Schlossbefestigung aus dem 15. Jahrhundert.
Nun gehen wir durch den kleinen Rundbogen und gelangen in die Rosenstraße. Hier biegen wir nach rechts ab. Schauen Sie gleich einmal aufmerksam nach rechts: Dort entdecken wir einen Brunnen mit einem eindrucksvollen Drachenkopf – ein kleines Detail, das man beim Vorübergehen leicht übersehen könnte.
Auf der gegenüberliegenden, linken Seite steht das ehemalige Knabenschulhaus. Von 1885 bis 1968 wurde hier unterrichtet – Generationen von Schülern gingen durch diese Türen. Doch damit war die Geschichte des Gebäudes noch lange nicht zu Ende: Anschließend nutzte die französische Garnison das Haus bis 1994.

Und nun lohnt sich ein Blick durch die Baulücke vor uns. Plötzlich öffnet sich der Blick in die Ferne – hinauf zum über 1.000 Meter hohen Hohen Bogen. Sein Name erinnert an das einst bedeutende Grafengeschlecht von Bogen und verbindet die Landschaft vor uns auf eindrucksvolle Weise mit der Geschichte der gesamten Region.
Station 6 - Marienbrunnen am Pfarrhof

Der Marienbrunnen vor dem Pfarrhof gehört zum historischen Stadtbild von Furth im Wald und ist ein traditioneller Bestandteil der Fronleichnamsprozession. Die Marienfigur prägt den kleinen Platz vor der Pfarrkirche und wird bis heute zu besonderen Anlässen festlich geschmückt.
Station 7 - Altes Rathaus

Wenn Sie am Alten Rathaus von Furth im Wald stehen, blicken Sie auf ein Gebäude, das eng mit der Geschichte der Stadt verbunden ist. Der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1924 und prägt mit seinem markanten Dachreiter und der charakteristischen Fassade den Stadtplatz bis heute.
Seinen besonderen Platz in der Stadtgeschichte hat das Rathaus auch durch seine Lage am historischen Stadtplatz. Dieser entwickelte sich bereits im Mittelalter zu einem wichtigen Zentrum des städtischen Lebens. Nach dem großen Stadtbrand von 1863 wurde die Bebauung des Stadtplatzes weitgehend neu gestaltet.
Heute ist das Alte Rathaus ein lebendiger Ort der Kultur. Hier finden Ausstellungen, Veranstaltungen und besondere Präsentationen zur Geschichte von Furth im Wald statt. So verbindet das Gebäude seine historische Bedeutung mit dem kulturellen Leben der Stadt.
Station 8 - St. Nepomuk
Mitten auf dem Stadtplatz thront die Statue des heiligen Johannes Nepomuk, der als Schutzpatron der Brücken und Wasserwege verehrt wird. Seit dem Mittelalter prägt dieser Platz das Leben in Furth im Wald. Alljährlich von Anfang bis Mitte August wird der Stadtplatz zur eindrucksvollen Kulisse für den „Further Drachenstich“ – das älteste Volksschauspiel Deutschlands, dessen Ursprünge bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen.
Station 9 - Drachenbrunnen

Unser Spaziergang führt uns weiter zum Drachenbrunnen am östlichen Ende des Stadtplatzes, der mit seinen kunstvollen Darstellungen die enge Verbindung Furths zur Drachenstich-Sage widerspiegelt.
Station 10 - Nepomukstatue

Ein Hl. Nepomuk aus Bronze ziert die Bahnbrücke auf einer alten Säule, ein Geschenk des Heimatkreises Bischofteinitz.
Station 11 - Zachäuskirche (evang. Kirche)

Wir nähern uns der evangelischen Kirche, ein schlichter neuromanischer Bau aus dem Jahr 1903, in dessen Inneren sich zahlreiche Kostbarkeiten im Jugendstil verbergen.
Station 12 - Kreuzkirche

Unser Weg führt über den Zebrastreifen auf die gegenüberliegende Straßenseite. Vorbei an der Stückl-Villa, einem repräsen-
tativen Bürgerhaus von 1904, steigen wir entlang eines alten Kreuzwegs bergan zum Friedhof mit der Kreuzkirche. Diese schmucke Barockkirche, dem Heiligen Kreuz Christi geweiht, wurde 1668 erbaut Die Tafeln des Hochaltars erinnern an Leid und Vertreibung der Sudetendeutschen nach 1945.
Station 13 - Gefallenenhain

Über die alte Hochstraße erreichen wir den Gefallenenhain. Am großen Ehrenmal wird an 19 Bürger erinnert, die am 13. August 1703 im Spanischen Erbfolgekrieg ihr Leben ließen, als sie ihre Heimat gegen österreichische Husaren verteidigten. Der historische Handelsweg führt weiter bis zur tschechischen Grenze und zur alten Hammerschmiede.
Station 14 - Gedenkstein (o. Abb.)
Wir folgen dem gleichen Weg zurück und biegen hinter der Bahnbrücke rechts ab. So gelangen wir in die Vorstadt ein bereits im späten Mittelalter besiedeltes Gebiet, das durch die Bahnanlagen seinen dörflichen Charakter verlor. Vor dem Bahnhofsgebäude erinnert ein schwarzer Gedenkstein an das Grenzdurchgangslager Furth im Wald. Zwischen 1946 und 1958 fanden über 750.000 Sudetendeutsche hier einen ersten sicheren Zufluchtsort – Furth war für sie das Tor in ein neues Leben.
Station 15 - Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Wir überqueren die Straße und folgen der Bahnhofstraße stadteinwärts bis zum Postgartenweg. Entlang der Hofer-Insel gelangen wir auf die gegenüberliegende Seite zur ehrwürdigen Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Die Kirche wurde zwischen 1725 und 1727 als barocke Anlage erbaut und Ende des 19. Jahrhunderts erweitert. Im Inneren birgt sie zahlreiche Kostbarkeiten: Der Hochaltar wird von den Stadtpatronen St. Florian und St. Sebastian flankiert. Zu den besonderen Schätzen der Kirche zählen die Grabplatten ehemaliger Grenzhauptleute, das alte Beichtgestühl, kunstvoll geschnitzte Kirchenstuhlwangen sowie die Orgel auf der Empore mit ihrem reich verzierten Rokokoprospekt, der 1982 behutsam restauriert wurde.
Station 16 - Burgtor

Wir verlassen die Kirche nach links in Richtung Lorenz-Zierl-Straße. Zur linken Hand sehen wir das Burgtor – das einzige erhaltene der einst drei Tore der mittelalterlichen Stadtbefestigung.
Station 17 - Brunnen "Vurte"

Wir folgen der Lorenz-Zierl-Straße, die 2024/2025 umfassend saniert wurde. Der Bachlauf der Kalten Pastritz wurde freigelegt und für Fußgänger attraktiv gestaltet. Am Ende der Straße erreichen wir den Bayplatz mit einem Brunnen, dessen Inschrift „Vurte“ an das Dorf „Vurte“ erinnert – 1086 erstmals in einer Schenkung Kaiser Heinrichs IV. erwähnt und Ursprung der Stadt Furth im Wald. Eine „Vurte“ bezeichnete eine seichte Flussstelle, die eine Überquerung ermöglichte. Am Beginn der Pfarrstraße markieren steinerne Platten im Boden das ehemalige „Untere Tor“ oder „Furt Tor“, einst Zugang zur alten Handelsstraße nach Böhmen, zerstört beim Stadtbrand von 1863.
